Ergebnisse: Welche Erkenntnisse liefern die Module und was zeigt das KiTa-Register?

Die Corona-KiTa-Studie beruht auf vier Modulen, deren regelmäßige Zwischenberichte Sie hier finden.

August 2020: Der erste Quartalsbericht

Schwerpunkt: Erfahrungen während der Notbetreuung

Die Erfahrungen der Kindertageseinrichtungen während der Notbetreuung im Frühjahr 2020 bilden einen Schwerpunkt des aktuellen Quartalsberichts. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Mit dem Übergang in die Notbetreuung waren die Kita-Leitungen mit einer Fülle neuer organisatorischer Anforderungen konfrontiert, die sie in einer Situation der Unsicherheit bewältigen mussten.
  • Die Phase der Notbetreuung führte insbesondere bei den Einrichtungsleitungen zu einer hohen zusätzlichen Belastung, wurde insgesamt aber durchaus bewältigt.
  • Die damals in Aussicht gestellte Rückkehr zum Regelbetrieb unter den geltenden Hygienerichtlinien bereitete nahezu allen Einrichtungen Sorgen. Die Sorge war, dass die Vorgaben der Hygienerichtlinien im Regelbetrieb nicht mehr umsetzbar seien.

Grundlage dieser Ergebnisse ist eine explorative telefonische Befragung in 83 Kitas bundesweit, die Ende April 2020 startete. Die Befragung diente zugleich als Pilotstudie für die Abfragen im Rahmen des KiTa-Registers.

Ergebnisse aus den Surveillance-Systemen des RKI

Die verschiedenen Surveillance-Systeme wie zum Beispiel das GrippeWeb des RKI zeigen, dass – nach einem deutlichen Rückgang während der bundesweiten Kontaktbeschränkungen – die Häufigkeit (Inzidenz) der akuten Atemwegserkrankungen in den letzten Wochen wieder das Niveau des Vorjahres erreicht hat. Auch die Zahl der gemeldeten COVID-19-Fälle in den untersuchten Altersgruppen steigt an.

  • Schätzungsweise haben in Kalenderwoche 33 (10. bis 16. August 2020) rund 65.000 Kinder im Alter von null bis fünf Jahren wegen akuter Atemwegserkrankungen eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht.
  • Im selben Zeitraum (KW 33) erreichten die neu übermittelten laborbestätigten Fällen von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen einen zweiten Höhepunkt. Es wurden 266 Fälle im Alter von null bis fünf Jahren übermittelt.
  • Der Anteil der positiven SARS-CoV-2-Testergebnissen hat sich seit Kalenderwoche 26 (22. bis 28. Juni 2020) bei unter zwei Prozent stabilisiert.

Dokumente: Alle Berichte zum Download

KiTa-Register: Die aktuelle Lage in Kitas und Tagespflege

Das KiTa-Register hat das langfristige Ziel, einen Überblick über die aktuelle bundesweite Betreuungssituation und über infektionsbedingte Schließungen von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen zu geben. Aktuell finden Sie hier erste Ergebnisse aus der Anfangsbefragung. Diese Ergebnisse beziehen sich derzeit ausschließlich auf die Kindertageseinrichtungen.

Die teilnehmenden Kindertageseinrichtungen haben den Fragebogen zwischen 11. August und 3. September 2020 ausgefüllt. Die Befragungsdaten beziehen sich daher aktuell auf die Kalenderwochen 33 bis 36.

Wie hoch lag der Anteil der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder in den Ländern?

Karte Kinderbetreuung
Abbildung 1

Abbildung 1 zeigt den Anteil der durchschnittlich betreuten Kinder in Kindertageseinrichtungen je Bundesland zum Zeitpunkt der Befragung (11.8-3.9.2020). Die Einrichtungen wurden gefragt, wie viele Kinder in der aktuellen Kalenderwoche durchschnittlich pro Tag ihre Einrichtung besuchten. Diese Information wurde sowohl zum Zeitpunkt der Befragung als auch für den Zeitraum vor der Corona-Pandemie (vor Mitte März 2020) erhoben.

Für jede Einrichtung wurde der Anteil der betreuten Kinder berechnet, indem die Anzahl der Kinder einer Altersgruppe zum Zeitpunkt der Befragung und die jeweilige Anzahl der Kinder vor der Corona-Pandemie in Bezug gesetzt wurden. Aus den Ergebnissen wurde dann für jedes Bundesland der Durchschnitt (arithmetisches Mittel) berechnet. In nahezu allen Bundesländern liegt der Betreuungsanteil zum Zeitpunkt der Befragung bei über 75 Prozent.

Wie konnte das Personal eingesetzt werden?

Grafik Personaleinsatz
Abbildung 2

Abbildung 2 gibt einen Einblick über den Einsatz des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen zum Zeitpunkt der Befragung (11.8-3.9.2020). Hierfür wurde erfragt, wie viel pädagogisches Personal und pädagogisch tätige Leitungen in der Einrichtung zum Zeitpunkt der Befragung insgesamt beschäftigt wurden. Zudem wurde gefragt, wie viele davon a) unmittelbar in der pädagogischen Arbeit mit Kindern eingesetzt wurden, b) derzeit aufgrund der Corona-Pandemie mittelbar eingesetzt wurden (das heißt Arbeit ohne Kontakt zu den Kindern, z. B. Konzeptarbeit im Homeoffice) und c) aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt nicht eingesetzt wurden (z. B. wegen Krankschreibung).

Die Abbildung zeigt den Anteil der drei genannten Kategorien an der Anzahl des gesamten pädagogischen Personals. Auffallend ist, dass nur ein kleiner Anteil (4 Prozent, Kategorie b) und c)) des Personals coronabedingt nicht unmittelbar am Kind eingesetzt wurde.

Die drei abgebildeten Kategorien ergeben in der Summe weniger als 100 Prozent. Die Differenz erklärt sich aus pädagogischem Personal und pädagogisch tätigen Leitungen, die mittelbar oder überhaupt nicht eingesetzt wurden, jedoch nicht aufgrund der Corona-Pandemie (z. B. wegen Urlaubs).

Wer beteiligt sich am KiTa-Register und wie schätzen die Teilnehmenden ihre Belastung ein?

Grafik Kennzahlen
Abbildung 3

Abbildung 3 bildet unterschiedliche Kennzahlen ab. Die Anzahl registrierter Einrichtungen (Kitas und Kindertagespflegestellen) zeigt, wie viele Einrichtungen sich für die Studie bisher insgesamt angemeldet haben. Die Anzahl teilnehmender Einrichtungen (Kitas und Kindertagespflegestellen) gibt an, wie viele Einrichtungen zwischen dem 11. August und dem 3. September 2020 bereits an der Erstbefragung teilgenommen haben.

Die Einrichtungen wurden gebeten, auf einer Skala von 1 bis 6 anzugeben, wie schwierig es für sie zum Zeitpunkt der Befragung (11.8-3.9.2020) war, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten. Dabei bedeutet eine „1“, dass es für die Einrichtung „überhaupt nicht schwierig“ war, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten und „6“, dass dies für eine Einrichtung „äußerst schwierig“ war. Die Zahl 2,3 gibt den Durchschnitt der Antworten aller Einrichtungen in Deutschland an. Die Einrichtungen hatten demnach eher geringe Probleme, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten.

Wie hat sich die Gruppenstruktur in den Kitas verändert?

Grafik Gruppenstrukturwechsel
Abbildung 4

Abbildung 4 stellt dar, wie viele Einrichtungen aufgrund der Corona-Pandemie ihr Gruppenkonzept in welcher Art und Weise verändert haben. Die Einrichtungen wurden jeweils für den Zeitraum vor der Corona-Pandemie (vor Mitte März 2020) und zum Zeitpunkt der Befragung (11.8-3.9.2020) gefragt, welches Gruppenkonzept sie anwenden.

Hier wird deutlich, dass a) viele Einrichtungen mit fester Gruppenstruktur ihr Konzept nicht umstellen mussten, b) die Mehrheit der Einrichtungen mit teilweise offenem oder offenem Konzept mittlerweile ein restriktiveres Gruppenkonzept haben und c) nur wenige Einrichtungen von einer festen Gruppenstruktur auf ein offenes Konzept gewechselt haben.

Welcher Anteil der Kindertageseinrichtungen war infektionsbedingt ganz oder teilweise geschlossen?

Grafik Schließung von Einrichtungen
Abbildung 5

Abbildung 5 gibt einen Überblick darüber, wie viele Einrichtungen bzw. Gruppen seit Beginn der Corona-Pandemie (Mitte März 2020) pro Woche geschlossen hatten. Sie zeigt jeweils den Anteil der befragten Einrichtungen (%-Werte der Y-Achse), die nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie aufgrund eines Verdachts- oder Infektionsfalls mindestens einen Tag pro Woche geschlossen hatten. Die X-Achse gibt die jeweiligen Kalenderwochen wieder.

Die Schließung konnte dabei die ganze Einrichtung betreffen (Einrichtungsschließung) oder nur eine oder mehrere Gruppen (Gruppenschließung). Die absoluten Fallzahlen (n), die den Prozentwerten zugrunde liegen, sind jeweils in den entsprechenden Balken angegeben.

Die Abbildung macht deutlich, dass a) durchschnittlich nur sehr wenige (unter 1 Prozent) der befragten Einrichtungen überhaupt infektionsbedingte (Teil-)Schließungen berichten und b) zwar zu Beginn der Pandemie tendenziell mehr Einrichtungen komplett geschlossen wurden, aber im weiteren Verlauf zunehmend nur noch einzelne Gruppen.