FAQ zur Corona-KiTa-Studie

Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Fragen und Antworten zur Studie und zum KiTa-Register.

Studie

Die Studie erforscht, welche Folgen das neuartige Coronavirus für Kitas, Kinder, Fachpersonal, Tagespflegepersonen und Eltern hat. Ziel ist es, Risiken besser einschätzen und Lösungsansätze identifizieren zu können, wie alle Beteiligten verantwortungsvoll mit der Situation umgehen. Die Studie soll auch dazu beitragen, in Zukunft in ähnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Belastbare Forschungsergebnisse sollen helfen, Kinder, Fachpersonal und Tagespflegepersonen zu schützen. Der Politik eröffnet die Studie mit bundesweiten, wissenschaftlich fundierten Ergebnissen einen Handlungsspielraum für Entscheidungen. So kann die Studie dazu beitragen, zum Beispiel Kita-Schließungen soweit möglich zu vermeiden.

Die Corona-KiTa-Studie untersucht, inwieweit die Rückkehr in den Regelbetrieb und die Ausbreitung von Infektionen bei Kindern und Erwachsenen im Zusammenhang stehen. Die Erhebung beruht dabei auf insgesamt vier Modulen, die den interdisziplinären Ansatz (medizinisch und sozialwissenschaftlich) widerspiegeln:
  • Modul 1: Repräsentative bundesweite Befragung des Leitungspersonals von 3.000 Kitas, vertiefende Befragung des Personals und der Eltern in 600 Einrichtungen
  • Modul 2: Aufbau eines bundesweiten KiTa-Registers möglichst vieler Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen, um deren schrittweise Öffnung auch regional nachvollziehen zu können, wöchentlich den Stand der Betreuungskapazitäten zu dokumentieren und das Infektionsgeschehen zeitnah zu beobachten.
  • Modul 3: Untersuchung der Erkrankungshäufigkeit von Kindern mit und ohne Besuch einer Kindertageseinrichtung, der Übertragung innerhalb von Familien sowie auf die Betreuungspersonen. Dafür werden Meldedaten zu COVID-19 und der syndromischen Surveillance des RKI ausgewertet (z. B. Daten des GrippeWeb).
  • Modul 4: Klärung der Grundlagenfrage, unter welchen Bedingungen Kinder mögliche Überträger bei der Verbreitung von COVID-19 sind, durch anlassbezogene Tests nach Infektionsfällen in Kitas. Erstmalig kann so die Rolle der Betreuungsnetzwerke genauer untersucht und nachverfolgt werden.

Die Studie soll klären, wie stark das bisherige und weitere Öffnungsgeschehen mit gehäuften Infektionen von Kindern und Erwachsenen einhergeht. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
  • Unter welchen Bedingungen wird die schrittweise Öffnung aktuell angeboten?
  • Welche Herausforderungen sind für die Einrichtungen, das Personal, die Kinder sowie die Eltern (mit und ohne Betreuung) von besonderer Bedeutung?
  • Unter welchen Voraussetzungen gelingt eine schrittweise, kontrollierte Öffnung?
  • Wie hoch sind die damit einhergehenden Erkrankungsrisiken für alle Beteiligten?
  • Welche Rolle spielt die Gestaltung der Kindertagesbetreuung für die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2? Welche Rolle kommt dabei Kindern zu?

  
  • Für die Studie forschen das Deutsche Jugendinstitut und das Robert Koch-Institut gemeinsam und interdisziplinär. Sie bündeln ihre sozialwissenschaftliche und medizinisch-epidemiologische Expertise, um entsprechende Forschungsergebnisse zu erarbeiten.
  • Das KiTa-Register schafft eine einmalige bundesweite Datenbasis, sodass die Studie eine hohe Aussagekraft erreichen kann.
  • Die Studie nimmt dabei die bundesweite Situation in den Blick und integriert auch Daten zur Wiedereröffnung der Kindertagesbetreuung der Länder.
  • Im Längsschnitt wird außerdem der Zusammenhang zwischen Maßnahmen und der Erkrankungssituation von Kindern und deren Rolle bei der Ausbreitung untersucht. Diese Kausalzusammenhänge können durch einmalige Querschnittserhebungen nicht untersucht werden.

Im Rahmen der Stichprobe werden 3.000 Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in Deutschland befragt. Die Stichprobe wird auf einer repräsentativen Grundlage gebildet. Aus diesem Grund – und um den Aufwand für die Ansprechpersonen möglichst gering zu halten – nutzt das Deutsche Jungendinstitut bestehende Kontakte aus einer Befragung zum Gute-KiTa-Gesetz-Monitoring. Alle Einrichtungen, die dem zugestimmt haben, bekommen einen kürzeren Ergänzungsfragebogen zur aktuellen Situation und zu den damit einhergehenden (neuen) Herausforderungen.

Mit dem KiTa-Register sollen nach Möglichkeit alle Einrichtungen, die Kinder bis zur Einschulung betreuen, erreicht werden. Einbezogen werden sämtliche Kindertageseinrichtungen, aber auch die Tagespflegestellen in Deutschland. Alle Kita-Leitungen und Tagespflegestellen werden gebeten, sich in das KiTa-Register einzutragen: Je mehr Kitas/Tagespflegestellen sich an der Befragung beteiligen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Selbstverständlich werden alle Regeln des deutschen Datenschutzes und der EU-DSGVO eingehalten. Die Auswertung erfolgt anonym. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ähnliche Situationen sollen für die Kindertagesbetreuung in Zukunft planbarer verlaufen. Die Studienergebnisse können dazu beitragen, indem sie sichtbar machen, wie der Alltag in der Kindertagesbetreuung zurzeit aussieht, vor welchen Schwierigkeiten die Fachkräfte und Tagespflegepersonen stehen und wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen. Zudem will die Studie gute Praxis und innovative Lösungen identifizieren und darüber perspektivisch auf www.corona-kita-studie.de berichten. Nicht zuletzt soll die Studie dazu beitragen, Kinder, Kita-Fachkräfte und Tagespflegepersonen durch Aufbereitung der vorhandenen Erkenntnisse besser zu schützen.

Die Befragung startet am 11. August 2020. Wer im KiTa-Register eingetragen ist, wird dann wöchentlich kontaktiert und um eine kurze Onlinemeldung gebeten. Die Erhebungen sind bis Ende 2021 geplant.

Die wöchentlichen Meldungen tragen zu aussagekräftigen Ergebnissen bei: Nur wenn die Einrichtungen und Tagespflegepersonen regelmäßig befragt werden und auch mitmachen, liegen am Ende durchgehend auf die Einrichtung bezogene Daten vor. Nur so lässt sich im Verlauf der nächsten Wochen und Monate beobachten, wie sich einerseits das Infektionsgeschehen, andererseits das Angebot der Kindertagesbetreuung entwickelt. Zusätzlich kann auf diese Weise erfasst und untersucht werden, ob und wie häufig einzelne Gruppen oder Einrichtungen wegen COVID-19-Erkrankungen geschlossen werden müssen.

Das KiTa-Register beruht auf einer Datenbank, in der Informationen aus einer Erstbefragung und wöchentliche Updates registriert werden. Alle Befragungen der Kitas und Tagespflegestellen erfolgen online über ein spezielles Umfragetool. Für Kitas und Tagespflege gibt es ein eigenes Befragungsmodul, das auf die Besonderheiten der jeweiligen Betreuungssituation eingeht.

In der Regel sollte die Beantwortung der Fragen nur wenige Minuten pro Woche in Anspruch nehmen. Die Studienautorinnen und -autoren gehen davon aus, dass die etwas ausführlichere Erstbefragung circa 15 Minuten dauert und die wöchentlichen Abfragen deutlich kürzer ausfallen (Dauer: rund fünf Minuten).

In der Regel wird „Kita“ als Kurzform für Kindertagesstätten oder Kindertageseinrichtungen verwendet. Bei der Corona-KiTa-Studie soll darüber hinaus auch die Kindertagespflege und damit alle Settings der Kindertagesbetreuung einbezogen werden. Mit der Schreibweise Corona-KiTa-Studie und KiTa-Register soll daher deutlich werden, dass neben den KItas auch die Tagespflege mit untersucht wird, um der Situation der Kindertagesbetreuung in Deutschland insgesamt gerecht zu werden.