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Ergebnisse: Welche Erkenntnisse liefern das KiTa-Register und die Berichte?

Hier finden Sie die aktuellen Daten des Corona-KiTa-Dashboards sowie die regelmäßigen Zwischenberichte aus den weiteren Modulen.

Corona-KiTa-Dashboard: Aktuelle Daten zur Kindertagesbetreuung

Wie funktioniert die Kindertagesbetreuung unter Pandemiebedingungen? Wie viele Kinder können derzeit in den Ländern betreut werden? Wie viele Einrichtungen sind von Verdachtsfällen oder bestätigten COVID-19-Infektionsfällen betroffen? Und wie viele Kitas mussten in den letzten Wochen pandemiebedingt gruppenweise oder komplett schließen? Diese Fragen beantwortet das Corona-KiTa-Dashboard ab jetzt regelmäßig. Grundlage der Auswertungen sind die wöchentlichen Meldungen von Kitas und Tagespflegepersonen bundesweit im Rahmen des KiTa-Registers. Einrichtungen, die sich noch nicht an den Abfragen beteiligen, können sich hier jederzeit fürs KiTa-Register registrieren.

Über die Auswahlflächen können Sie die Erläuterungen zu den einzelnen Infografiken ansteuern und sich die Veränderung im Zeitverlauf anzeigen lassen. Die Daten werden wöchentlich aktualisiert. Aufgrund von Anpassungen in der Datenaufbereitung sowie durch retrospektiv erhobene Daten kann es rückwirkend zu leichten Abweichungen bei den berichteten Kennzahlen kommen.

Sollte Ihnen das Dashboard nicht optimal angezeigt werden, können Sie die Übersicht auch auf einer externen Seite aufrufen.

Dokumente: Alle Berichte der Corona-KiTa-Studie zum Download

Das Forschungsprojekt publiziert monatliche Kurzberichte zu den Themen Familie, Kinderbetreuung und Infektionsgeschehen. 

In den vierteljährlich erscheinenden Quartalsberichten wird im ersten Teil näher auf die Teilkomponenten der Studie eingegangen und schildert den aktuellen Stand der Arbeiten. Des Weiteren enthalten die Quartalsberichte einen Teil II, in dem ausgewählte Schwerpunktthemen vertieft betrachtet werden. In Teil III findet die Fortschreibung der Ergebnisse aus dem vorangegangenen Monatsbericht statt.

4. Quartalsbericht der Corona-KiTa-Studie: Ergebnisse der Befragungen von Eltern, Kita-Leitungen und von Tagespflegepersonen sowie zum epidemiologischen Geschehen in Kitas

Neben dem Monatsbericht Mai 2021 enthält der 4. Quartalsbericht die Schwerpunktthemen Kooperation zw. Kindertageseinrichtungen & Eltern in Pandemiezeiten, Ergebnisse der Kindertagespflege-Vertiefungsbefragung sowie Übertragbarkeit von B.1.1.7 und Symptomatik einer SARS-CoV-2-Infektion bei Kita-Kindern.

Kooperation von Kindertageseinrichtungen und Eltern unter Pandemiebedingungen: Ergebnisse aus der CoKiss-Leitungs- und KiBS-Elternbefragung

  • Auch wenn der Großteil der befragten Einrichtungsleitungen angab, digitale Kommunikationsmittel wie das Versenden von selbst gedrehten Videos oder das Abhalten von Videokonferenzen mit Kindern und Eltern nie zu nutzen, so weisen die Ergebnisse darauf hin, dass mit Dauer der Pandemie etwas mehr Kitas begonnen haben, digitale Formate einzusetzen. Einem kleinen Anteil der Eltern (6%) fiel es allerdings schwer bis sehr schwer, die genannten Kommunikationsmittel zu nutzen.
  • Großen Bedarf äußerten Kita-Leitungen nach (weiteren) technischen Geräten. Fast die Hälfte der Leitungen benötigt nach eigenen Aussagen Tablets, ohne dass bereits ein Gerät vor Ort zur Verfügung steht. Auch Smartphones oder Videokameras sind in etwa jeder dritten bis vierten Kita nicht vorhanden, obwohl derzeit Bedarf bestünde.

Kindertagespflege in Zeiten der Pandemie – Ergebnisse aus der Vertiefungsbefragung

  • Die Ergebnisse der Vertiefungsbefragung zeigen, dass die Kindertagespflege insgesamt gut mit den coronabedingten Herausforderungen, die sich auf den pädagogischen Alltag auswirken, zurechtkommt. Bei den Großtagespflegestellen werden hierbei etwas mehr Schwierigkeiten gemeldet, was vermutlich auf das größere Betreuungssetting zurückzuführen ist.
  • Die Kooperation mit den Eltern wird von allen Kindertagespflegepersonen im Vergleich zu der Zeit vor dem Ausbruch der Pandemie als deutlich schwieriger eingeschätzt. Insbesondere der Umgang mit verschnupften Kindern und die Schaffung von Akzeptanz bei den Eltern für neue Maßnahmen scheinen für Konfliktpotential zwischen Eltern und den Kindertagespflegepersonen zu sorgen. Auch hier bewerten die Großtagespflegestellen die Situation weniger positiv als die singulär arbeitenden Kindertagespflegepersonen.

Ergebnisse zur derzeitigen Betreuungskapazität aus dem KiTa-Register

  • Die Inanspruchnahmequote bei der Kindertagesbetreuung stagniert seit der Wiedereröffnung der Kitas auf niedrigem Niveau. Erst in KW 19 (10.05.–16.05.2021) wurde eine steigende Inanspruchnahme verzeichnet.
  • Die Personalsituation bleibt weitgehend unverändert. Es können weiterhin ca. 80% des Personals unmittelbar am Kind eingesetzt werden. Etwa 20% können hingegen aufgrund der Coronapandemie nur mittelbar bzw. gar nicht eingesetzt werden.

Ergebnisse zur Empfänglichkeit und Infektiosität von Kindern und Erwachsenen bezüglich der SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 aus den Untersuchungen von drei Kita-Ausbrüchen und sich daran anschließenden Haushaltssituationen

  • Im Rahmen einer Ausbruchuntersuchung in drei Kitas durch die besorgniserregende Variante VOC B.1.1.7 wurden hohe sekundäre Infektionsraten auch unter Personen beobachtet, die nur wenig Kontakt zu den Primärfällen hatten. Dies weist auf eine höhere Übertragbarkeit als zu den vor der VOC B.1.1.7 zirkulierenden Stämmen hin.
  • Untersuchungen von Ausbrüchen in Kitas, die dem Infektionsgeschehen in Haushaltsituationen vorangingen, ergaben, dass Kinder eine höhere Empfänglichkeit und Infektiosität gegenüber VOC B.1.1.7 zu haben scheinen, als dies beim bisherigen Wildtyp der Fall gewesen war.

Ergebnisse aus den Surveillancesystemen des RKI

  • Seit Mitte April 2021 ist ein kontinuierlicher und rascher Rückgang der Meldeinzidenzen bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten. Für KW 21 wurden 1.704 Fälle im Alter von 0 bis 5 Jahren übermittelt (36 Fälle/100.000). Damit werden zurzeit etwa ähnlich viele Fälle in der jüngsten Altersgruppe gemeldet wie zum Ende der zweiten Welle (im Frühjahr 2021). Ihr Anteil an allen Meldefällen ist aber im Trend seit Anfang 2021 ansteigend und liegt aktuell (Juni 2021) bei 5,8%, geringfügig über dem Bevölkerungsanteil von 5,7%. Dieser Anstieg wird möglicherweise begünstigt durch die erhöhte Empfänglichkeit der 0- bis 5-Jährigen gegenüber der VOC-alpha (B.1.1.7) sowie der zunehmenden Durchimpfung der erwachsenen Bevölkerung.
  • Nachdem die Kita/Hort-Ausbrüche nach den Osterferien wieder zugenommen hatten, ist seit Ende April 2021 ein rückläufiger Verlauf zu erkennen. Auch die Ausbruchsgröße nahm ab und lag ebenfalls seit Ende April bei drei Fällen pro Ausbruch (Median). Im März 2021 waren es noch fünf Fälle pro Ausbruch (Median). Im Vergleich zur zweiten Welle im Herbst 2020 sind in der dritten Welle häufiger Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren an Kita-Ausbrüchen beteiligt. Ihr Anteil an allen Kita-Ausbruchsfällen betrug seit April 2021 rund 47% (im Herbst 2020 waren es ca. 36%). Diese Entwicklung könnte möglicherweise ein Effekt der zunehmenden Impfung von Erzieherinnen und Erziehern sein, aber auch damit erklärt werden, dass VOC-alpha (B.1.1.7) unter Kindern leichter übertragen wird als bei den zuvor zirkulierenden Stämmen.

Symptomatik bei SARS-CoV-2-Infektionen bei Kita-Kindern

  • Die vorläufige Auswertung der Symptomtagebücher der COALA-Teilnehmenden ergibt, dass 15 der 30 bislang positiv getesteten Kita-Kinder Beschwerden angeben. 50% der Fälle sind also im Beobachtungszeitraum asymptomatisch. Die meisten symptomatischen Kita-Kinder hatten nur ein einziges Symptom; am häufigsten dokumentiert war der Schnupfen. Im Vergleich zu den erwachsenen Teilnehmenden, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden (Kita-Personal und Haushaltsmitglieder, n = 45), hatten Kita-Kinder im Schnitt weniger und mildere Symptome, die zudem kürzer andauerten. Während Schnupfen, als häufigstes Symptom der an COVID-19 erkrankten Kita-Kinder, bei etwa ein Viertel aller infizierten Kita-Kinder auftrat, gab auch etwa ein Fünftel der negativ getesteten Kita-Kinder (n = 214) Schnupfen an. Die Stichprobe ist hinsichtlich positiver Fälle allerdings eher klein, die Daten und Auswertung als vorläufig zu betrachten. Dies gilt auch, weil die Symptomtagebücher erst wenige Tage nach der Exposition durch den Indexfall begonnen werden und die Ergebnisse der retrospektiven Erhebung von Beschwerden (vor dem Beginn des Symptomtagebuchs) noch nicht ausgewertet sind.
  • Auch die amtlichen Meldedaten geben Informationen zu Symptomen bei Kindern im Kita-Alter (0–5 Jahre). In dieser Altersgruppe liegen für knapp 73.000 Kinder klinische Informationen vor (64% aller Fälle in dieser Altersgruppe). Für 65% dieser Kinder wurden Symptome angegeben, die mit COVID-19 vereinbar waren, das häufigste Symptom war hier Fieber. Für 35% der 0–5 Jahre alten Kinder wurden keine COVID-19-relevanten Symptome angegeben, sie können als „asymptomatisch“ angesehen werden. Die klinischen Angaben unterliegen möglicherweise einem Surveillance-Bias, der dazu führen könnte, dass tendenziell Kinder mit eindrücklicheren Beschwerden eher auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Das kann dazu führen, dass symptomatische Verläufe eher überschätzt und die Häufigkeit milderer Beschwerden eher unterschätzt werden.

Weitere Veröffentlichungen zur Studie

Beim Besuch des Robert Koch-Instituts von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewannen beide Politiker einen tieferen Einblick in COALA - Modul IV der Corona-KiTa-Studie. Im Anschluss lobten beide alle Beteiligten und hoben die Bedeutung des Moduls sowie der ganzen Studie hervor. Auf YouTube finden Sie das ganze Video mit den Statements und Einschätzungen beider Politiker.

Im Oktober 2020 kommentierte DJI-Projektleiterin Dr. Susanne Kuger erste Zwischenergebnisse aus dem KiTa-Register. Hier geht es zum Video auf YouTube.

Einladung an alle Kitas und die Tagespflege: Jetzt für die Befragung anmelden!