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Öffnungsgeschehen in der Kindertagespflege von Ende Juni bis Mitte Juli 2021

Nach bundesweitem Rückgang des Inzidenzwertes ab Mai 2021 konnte in der Kindertagespflege wieder – je nach Inzidenz vor Ort – schrittweise in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen übergegangen werden.

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Mit den allgemeinen Lockerungen und den teilweise niedrigen SARS-CoV-2-Neuinfektionen steigt von KW 25 bis KW 28 (21.06.–18.07.2021) die Inanspruchnahme der Dienste von Kindertagespflegestellen. In diesem Berichtszeitraum des Monatsberichts Juli 2021 erreichen die Kindertagespflegestellen somit die bekannten Auslastungswerte des Regelbetriebs aus der Zeit vor der Pandemie.

In den wöchentlichen Befragungen, welche im Rahmen des KiTa-Registers stattfinden und an denen sich im Schnitt knapp 1.000 Kindertagespflegestellen beteiligen, wurden diese nach der Anzahl der Kinder gefragt, die in der aktuellen Kalenderwoche durchschnittlich pro Tag ihre Kindertagespflegestelle besuchten. Diese Information wurde sowohl zum Zeitpunkt der Befragung als auch für den Zeitraum vor der Coronapandemie (vor Mitte März 2020) erhoben. Für jede Kindertagespflegestelle wurde der Anteil der betreuten Kinder berechnet, indem die Anzahl der Kinder zum Zeitpunkt der Befragung und die jeweilige Anzahl der Kinder vor der Coronapandemie in Bezug gesetzt wurden (Datenstand: 24.06.2021, n = 562 [KW 37/2020] – 1.191 [KW 01/2021]). Entsprechend wurde die hohe Auslastungssituation bis Mitte Juli 2021 fortgeführt und schließt mit Werten, die durchweg über 90% betragen.

MB Juli 2021_Anteil der jeweils aktuell betreuten Kinder in den teilnehmenden Kindertagespflegestellen
Anteil der jeweils aktuell betreuten Kinder in den teilnehmenden Kindertagespflegestellen mit einem Platz in den Kalenderwochen KW 36/2020 bis KW 28/2021 (31.08.2020–18.07.2021). (Datenstand: 29.07.2021).

Niedrige Verdachts- und Infektionsfälle sowie pandemiebedingte Schließungen in Kindertagespflegestellen

Trotz der hohen Inanspruchnahmequoten zeigen sich für die Kindertagespflegestellen im Berichtszeitraum (21.06.– 18.07.2021) im Vergleich zu den Vorwochen keine steigenden Werte bei den Verdachtsfällen. Dies bezieht sich sowohl auf die Kindertagespflegepersonen selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern.

Ebenso gering fielen die im KiTa-Register angegebenen verdachts- oder infektionsbedingten Schließungen sowie die gemeldeten Infektionsfälle (Kindertagespflegeperson selbst, Mitglieder des eigenen Haushaltes, betreute Kinder oder deren Eltern) aus.

MB Juli 2021_SARS-CoV-2-Verdachts- und Infektionsfälle in Kindertagespflegestellen
SARS-CoV-2-Verdachts- und Infektionsfälle in Kindertagespflegestellen (bei der Kindertagespflegeperson selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern) in den Kalenderwochen 33/2020 bis 28/2021 (11.08.2020–18.07.2021) sowie infektionsbedingte Schließungen in den Kalenderwochen 12/2020 bis 28/2021 (16.03.2020–18.07.2021). In der Kalenderwoche 53/2020 wurden keine Daten erhoben. Der Anteil der Kindertagespflegestellen (in %) an allen in der jeweiligen Kalenderwoche teilnehmenden Kindertagespflegestellen ist an der Y-Achse abzulesen. Die Zahlen innerhalb der Grafik entsprechen der Anzahl der Kindertagespflegestellen, die mindestens einen Verdachts- oder Infektionsfall angegeben haben oder aufgrund eines Verdachts- oder Infektionsfalls mindestens einen Tag pro Woche geschlossen hatten. (Datenstand: 29.07.2021).

Die Anzahl der Kindertagespflegestellen, die einen Verdachtsfall gemeldet haben, erreicht im Berichtszeitraum max. knapp 3%. Im Vergleich zu den Vorwochen ist eine leicht abfallende Tendenz zu berichten. Die infektionsbedingten Schließungen in den Kindertagespflegestellen halten sich mit max. ca. 1% in KW 28 (12.07.–18.07.2021) etwa auf dem durchschnittlich niedrigen Niveau der Vorwochen.

Bei der Anzahl der durch die Kindertagespflegestellen gemeldeten Infektionen zeigen sich die niedrigsten bisher berichteten Werte in Folge. So geben im Berichtszeitraum für den Monatsbericht Juli 2021 trotz einer nahezu vollständigen Auslastungssituation nicht einmal 0,5% der befragten Kindertagespflegestellen einen Infektionsfall (für die oben genannten Personengruppen) an.

Diese geringen Werte spiegeln die bis zu jenem Zeitpunkt deutschlandweit niedrigen Inzidenzen wider. Zudem stellt das kleine Betreuungssetting der Kindertagespflegestellen im Hinblick auf einen Infektionsschutz eine günstige Situation dar. Wie bereits in vergangenen Berichten erläutert, arbeiten in der vorliegenden Stichprobe knapp 80% der Kindertagespflegepersonen singulär und bieten daher ein sehr kleines Betreuungssetting mit maximal fünf Kindern an. Im Vergleich zu größeren Kindergruppen finden in diesem Setting insgesamt weniger Kontakte statt. Dies trägt entsprechend dazu bei, das Infektionsrisiko zu reduzieren.