| Deutsches Jugendinstitut

Monatsbericht Juni 2021: CoKiss-Vertiefungsbefragung zur Angst der Eltern vor einer COVID-19-Erkrankung sowie das Ende der Feldphase der COALA-Studie

Der Monatsbericht Juni 2021 liefert neben Ergebnissen des KiTa-Registers zu den Betreuungskapazitäten auch Resultate der CoKiss-Vertiefungsbefragung zur Angst der Eltern, ihr Kind oder sie selbst könnten an COVID-19 erkranken. Des Weiteren umfasst der Bericht vorläufige Ergebnisse der COALA-Studie zur Antikörperbildung bei Kita-Kindern und Erwachsenen.

1200x630

Ergebnisse aus der Online-Kurzbefragung „Kinderbetreuung in Deutschland“

  • Die KiBS-Elternbefragung zeigt, dass seit Anfang März 2021 der Anteil der Kinder, die ihre Platzbuchung in einer Kindertagesbetreuung nutzen können, kontinuierlich steigt und Anfang Mai bis Anfang Juni 2021 (KW 18–KW 22) bei 74% lag.
  • Das selbsteingeschätzte Stresserleben der Eltern erfuhr seit dem vierten Befragungszeitpunkt im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang März 2021 (KW 6–KW 9) keinen weiteren Anstieg mehr.
  • Kinder vermissten ihre Freunde und Freundinnen insbesondere im Zeitraum von Anfang Januar bis Anfang Februar 2021 (KW 1–KW 5), der in den zweiten generellen Lockdown viel. Dabei vermissten vor allem jene Kinder ihre Freunde und Freundinnen, die zwar normalerweise in einer Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle betreut werden, im Zeitraum der Befragung allerdings coronabedingt nicht öffentlich betreut werden konnten.

Ergebnisse aus der KiBS-Elternbefragung und der CoKiss-Vertiefungsbefragung zur Angst der Eltern vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus in Bezug auf sich selbst und auf ihre Kinder

  • Eltern hatten insbesondere Sorge, ihr Kind könnte sich innerhalb der Kindertagesbetreuung mit COVID-19 infizieren. Die Sorge einer Anstreckung außerhalb der Kindertagesbetreuung war dagegen geringer. In der CoKiss-Vertiefungsbefragung zeigt sich deutlich, dass die befragten Eltern – unabhängig von ihrem Immunitätsstatus – die Kita im Vergleich zu anderen Lebensbereichen kaum als Ort mit Ansteckungsrisiko wahrnahmen. Geimpfte oder genesene Eltern berichteten allerdings für beide Lebensbereiche (in der Kita und anderswo) in beiden Erhebungszeiträumen (April/Mai 2021 und Mai/Juni 2021) weniger Angst vor einer Ansteckung als Eltern ohne Immunisierung.
  • Bei den Kindern, deren Eltern an der CoKiss-Vertiefungsbefragung teilnahmen, lag erwartungsgemäß für die überwiegende Mehrheit noch keine Immunität im Befragungszeitraum (April bis Juni 2021) vor. Bei den Kindern ohne Immunität hatten die befragten Eltern jeweils größere Angst davor, dass sich ihr Kind in der Kita anstecken könnte als an anderen Orten, wobei sich ein Rückgang der Ansteckungsangst von April/Mai 2021 zu Mai/Juni 2021 für beide Lebensbereiche zeigte.

Ergebnisse zu den derzeitigen Betreuungskapazitäten anhand des KiTa-Registers

  • In der KW 23 (07.06.–13.06.2021) wurden die Registerdaten erstmals mit einem überarbeiteten Fragebogen erhoben. Bei der Überarbeitung wurden sowohl eine Vielzahl von Nutzerkommentaren berücksichtigt als auch inhaltliche Änderungen eingebaut. Zum einen wird hierdurch eine genauere Erfassung der Kennzahlen (z. B. der Inanspruchnahmequote) möglich. Zum anderen kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die veränderte Abfrage zu einem gewissen Grad auf die Fortschreibung der Daten auswirkt (z. B. in Form eines aprubten Anstiegs einer Kennzahl).
  • Aufgrund der weiter sinkenden Inzidenzwerte und der damit verbundenen bundesweiten Rückkehr zum Regelbetrieb (unter Pandemiebedingungen) erhöhte sich der Anteil an Kindern, die eine Einrichtung besuchten, deutlich. Bundesweit stieg in den Kalenderwochen 23 und 24 (07.06.–20.06.2021) die Inanspruchnahmequote auf zeitweise über 92% und erreichte damit den bisherigen Höchstwert im Beobachtungszeitraum.
  • Ebenfalls stieg der Anteil des unmittelbar am Kind eingesetzten Personals in den Kalenderwochen 23 und 24 (07.06.–20.06.2021) auf den Höchstwert von 90%. Für KW 24 (14.06.–20.06.2021) sank der Wert des Personals, welches nicht oder nur mittelbar eingesetzt werden konnte, auf 4%.

Ende der Feldphase und vorläufige Ergebnisse zur Antikörperbildung bei Kita-Kindern und Erwachsenen in der COALA-Studie

  • In der 23. Kalenderwoche wurde das Ziel, die 30. Kita in die COALA-Studie einzuschließen und zu untersuchen, erreicht. Die Feldphase wird daher beendet. In den kommenden Monaten werden die gesammelten Labor- und Befragungsdaten weiter ausgewertet und die Ergebnisse veröffentlicht. Die zentralen Fragen, die mit den erhobenen Daten beantwortet werden sollen, lauten: Wie ansteckend sind in der Kita betreute Kinder auf andere Kinder bzw. auf Erwachsene, wie lange sind Kita-Kinder ansteckend und welche Symptome haben SARS-CoV-2-positive Kinder.
  • 414 Kinder und 522 Erwachsene wurden in die Studie eingeschlossen. Es wurden Kitas in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein untersucht.
  • In der COALA-Studie werden die positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Teilnehmenden mindestens drei Wochen nach der ersten positiven PCR-Testung auf Antikörper (IgG) untersucht. Es zeigen 97% der zuvor positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Kita-Kinder und 70% der Erwachsenen Antikörper im Blut. Dass sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen teilweise keine Antikörper nachweisbar sind, kann unterschiedliche Gründe haben, die in weiteren Auswertungen genauer untersucht werden sollen.

 Ergebnisse aus den Surveillancesystemen des RKI

  • Seit Mitte April 2021 geht die Anzahl an auf SARS-CoV-2 getesteten 0- bis 5-Jährigen kontinuierlich zurück. Auch der Anteil an SARS-CoV-2-positiv getesteten Kinder sinkt seit Mitte Mai von etwa 8% auf 1,7% (Mitte Juni). Im Vergleich dazu ist der Positivenanteil bei den 6- bis 10-Jährigen mit 2,7% und bei den 11- bis 14-Jährigen mit 2,5% geringfügig höher.
  • Der Rückgang der Meldeinzidenzen bei Kindern und Jugendlichen hält seit Mitte April 2021 weiterhin an. Für KW 24 (14.06.–20.06.2021) wurden 460 Fälle im Alter von 0 bis 5 Jahren übermittelt (9,7 Fälle/100.000). Damit werden zurzeit etwa ähnlich viele Fälle in der jüngsten Altersgruppe gemeldet wie Ende September 2020 (vor Beginn der zweiten Welle). Der Anteil der Fälle in dieser Altersgruppe an allen Meldefällen ist aber im Trend seit Anfang 2021 ansteigend und liegt aktuell bei 6,5% und damit über dem Bevölkerungsanteil von 5,7%. Dieser Anstieg wird vermutlich begünstigt durch die zunehmende Durchimpfung der erwachsenen Bevölkerung sowie die erhöhte Empfänglichkeit der 0- bis 5-Jährigen gegenüber der VOC-Alpha (B.1.1.7).
  • Die Zahl der übermittelten Kita/Hort-Ausbrüche ist seit Ende April 2021 ebenfalls rückläufig und befand sich Mitte Juni auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch die Ausbruchsgröße nimmt seitdem ab, von fünf auf drei Fälle pro Ausbruch im Median bzw. von neun auf drei bis vier Fälle pro Ausbruch im Durchschnitt.