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Monatsbericht Juli 2021: Modul CoKiss: Ergebnisse aus der Online-Kurzbefragung „Kinderbetreuung in Deutschland“

Die Betreuungssituation von Kindern im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt von November 2020 bis Anfang Juli 2021.

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Die Betreuungssituation der bisher in der KiBS-Elternbefragung erfassten Kinder unterlag deutlichen Schwankungen. Ein Großteil der befragten Eltern musste besonders während des dritten Befragungszeitraums von Anfang Januar bis Anfang Februar 2021 (KW 1–5; 04.01.–07.02.2021), der in den zweiten allgemeinen Lockdown fiel, auf die öffentliche Betreuung ihres Kindes verzichten. Die langsamen Öffnungsschritte im Feld der Kindertagesbetreuung werden ab Anfang Februar 2021 in den Elternangaben sichtbar. Ab diesem Zeitraum steigt der prozentuale Anteil der öffentlich betreuten Kinder wieder an war in der Befragungsspanne von Anfang Juni bis Anfang Juli 2021 (KW 22–26; 31.05.–04.07.2021) bisher am höchsten. Zu diesem Zeitpunkt berichteten 90% der Eltern (das entspricht Angaben zu 4.107 erfassten Kindern), dass ihr Kind in der Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle betreut wurde. 

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Anzahl und Anteile der betreuten und nicht betreuten Kinder bis zum Schuleintritt von November 2020 bis Anfang Juli 2021 (KW 45–26; 02.11.2020–04.07.2021). KiBS-Elternbefragung, Datenstand: 26.07.2021, ungewichtete Daten. Abbildung bezieht sich auf Angaben von 8.917–4.599 Eltern. *Zur Gruppe der „generell nicht öffentlich betreuten Kinder“ zählen auch Fälle, bei denen Eltern zwar eine Platzzusage für ihr Kind in einer Kindertagesbetreuung erhalten haben, die Eingewöhnung zum Zeitpunkt der Befragung jedoch noch nicht stattgefunden hatte. Dies betrifft in allen Befragungszeiträumen zwischen 1,5% und 1,7% der befragten Familien. Die prozentualen Schwankungen in der Gruppe der generell nicht öffentlich betreuten Kinder von Monat zu Monat gehen vorrangig auf Stichprobenausfälle zurück und nicht, weil Kinder in der Zwischenzeit eingewöhnt wurden.

Aus der Elternbefragung geht ebenfalls hervor, dass mit dem stetig ansteigenden Anteil an öffentlich betreuten Kindern ab Anfang Februar 2021 auch wieder mehr Kinder im (eingeschränkten) Regelbetrieb betreut werden konnten. Demgegenüber nahm der Anteil an betreuten Kindern, die einen Notbetreuungsplatz nutzten, deutlich ab. Während Anfang Februar 2021 noch 66% (das entspricht Angaben zu insgesamt 2.510 Kindern) der Eltern berichteten, dass ihr Kind in einer Notbetreuung betreut wurde, betraf dies Anfang Juli 2021 nur noch 5% (211) der öffentlich betreuten Kinder.

Wir verbringen gerne Zeit miteinander - Das Familienklima aus Elternperspektive von Eltern mit Kindern im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt von November 2020 bis Anfang Juli 2021

Neben Kindern und Jugendliche stellen auch Eltern eine durch die Pandemie belastete Personengruppe dar, unter anderem da sich viele von ihnen mit einer deutlichen Verschiebung zwischen bezahlter Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung auseinandersetzen mussten. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass viele Mütter und Väter über größere Belastungen durch die Coronapandemie berichteten.

Eltern sollten einschätzen, inwiefern die Aussagen „Ich bin gerne mit meiner Familie zusammen; In unserer Familie haben wir viel Spaß miteinander“ jeweils auf die aktuelle familiäre Situation während der Coronapandemie zutrafen. Die Einschätzungen der Eltern werden dabei im Zeitverlauf getrennt danach betrachtet, ob das Kind im bisherigen Erhebungszeitraum ein Angebot der öffentlichen Kindertagesbetreuung nutzte oder nicht. Dazu wird in drei Elterngruppen unterschieden:

  • (1) Eltern, deren Kind die KiTa besuchen konnte
  • (2) Eltern, deren Kind grundsätzlich eine Platzbuchung hat, jedoch aufgrund der Coronapandemie zeitweise zu Hause blieb und nicht in der KiTa betreut werden konnte und
  • (3) Eltern, deren Kind grundsätzlich nicht öffentlich betreut wird.

Das von den Eltern eingeschätzte Familienklima zeichnete sich durch eine hohe Stabilität über die Zeit aus. Obwohl die befragten Eltern im bisherigen Studienverlauf, insbesondere in den Wintermonaten, viele herausfordernde Phasen bewältigen mussten (z. B. durch strengere Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, Wegfall von sozialen Kontakten zu anderen Familien und Kindern, Schließungen oder Einschränkungen in der öffentlichen Kindertagesbetreuung), gelang es Eltern aus allen drei Gruppen zu großen Anteilen ein positives Familienklima aufrecht zu erhalten. Das heißt, auch unabhängig davon wie stark die Kinder und Eltern von den Auswirkungen des Öffnungs- und Schließgeschehens im System der öffentlichen Kindertagesbetreuung betroffen waren, verbrachten die Familien weiterhin gerne Zeit miteinander und hatten trotz der bestehenden Einschränkungen Spaß zusammen.

Neben dem durchgehend stabil hohen Familienklima hatten sich viele der befragten Eltern über den Studienzeitraum hinweg eine positive Einstellung hinsichtlich der Coronapandemie bewahrt. Sie waren zu jedem Zeitpunkt zuversichtlich, dass ihre Familie es schaffen würde, die Situation während der Pandemie zu bewältigen, auch wenn die Coronapandemie wieder schwieriger werden sollte. Über den gesamten Studienzeitraum hinweg lag der eingeschätzte Mittelwert zu dieser Aussage mit minimalen Schwankungen bei etwa 3,7. Damit traf für alle Eltern zu, dass sie sich eine positive Einstellung hinsichtlich der Pandemie bewahrt hatten (Angaben von 8.914-4.559 Eltern). Damit spiegeln die Elternangaben die geschilderten Studienbefunde wider, dass neben all den neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten auch positive Aspekte erhalten blieben, die es sicherlich für viele Eltern und Kindern erleichterten, gut durch die unterschiedlichen Phasen der Pandemie zu kommen. 

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Eingeschätztes Familienklima von Eltern im Befragungszeitraum von November 2020 bis Anfang Juli 2021 (KW 45–26; 02.11.2020–04.07.2021). KiBS-Elternbefragung, Datenstand: 26.07.2021, ungewichtete Daten. Elterngruppen differenziert danach, ob das Kind zum jeweiligen Befragungszeitpunkt öffentlich betreut wurde. Die Informationen beziehen sich auf Angaben von insgesamt 8.915–4.559 Eltern. Das Familienklima beruht jeweils auf den berechneten Mittelwerten.