| Deutsches Jugendinstitut

Medienausstattung in Kindertageseinrichtungen

In der Frühen Bildung bestehen deutliche Entwicklungsbedarfe.

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Die Coronapandemie hat nicht nur für Schulen die Notwendigkeit einer schnellen und umfangreichen Digitalisierung verdeutlicht. Auch in der Frühen Bilden werden von der Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2020) deutliche Entwicklungsbedarfe bezüglich der Ausstattung mit digitalen Medien gesehen. Die technische Infrastruktur, die Einrichtungen zur Verfügung steht, kann als Gelegenheitsstruktur und damit notwendige Voraussetzung für den Einsatz digitaler Formen der Kommunikation angesehen werden.

Die Universität Bamberg führte hierzu während des ersten Lockdowns eine Fachkräftebefragung durch. Das Ergebnis: Das Ausmaß digital gestützter Elternarbeit ist abhängig von der Einstellung der Fachkräfte gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien, aber auch vom Vorhandensein technischer Unterstützung vor Ort. Als häufigste Gründe, weshalb digitale Medien nicht für die Elternarbeit genutzt werden, nannten Fachkräfte datenschutzrechtliche Bedenken, unzureichende Hard- und Software, mangelnde technische und pädagogische Unterstützung sowie fehlende Schulungen. Befragt nach der Ausstattung der Einrichtung mit verschiedenen Geräten und den diesbezüglichen Bedarfen gab innerhalb der Corona-KiTa-Studie ein nennenswerter Teil der Einrichtungsleitungen an, dass ein Bedarf nach zusätzlicher technischer Ausstattung besteht. 

Medienausstattung in Kitas
Medienausstattung von Kindertageseinrichtungen nach Geräten und weiterem Bedarf (CoKiss-Leitungsbefragung, Datenstand: 03.05.2021, Welle 1; n = 2.516, ungewichtete Daten).

 

Trotz einer beinahe flächendeckenden Ausstattung der Einrichtungen mit einem Computer, Internetzugang und Telefon gibt etwa die Hälfte der Leitungen an, zusätzliche Computer oder Laptops zu benötigen. Auch weitere Internetzugangsmöglichkeiten wünschen sich immerhin ein Drittel der Leitungen. Beinahe 50% der Leitungen benötigen nach eigenen Aussagen Tablets, ohne dass bereits ein Gerät vor Ort zur Verfügung steht. Auch Smartphones oder Videokameras sind in etwa jeder vierten bis dritten Kita nicht vorhanden. Immerhin gibt es auch einen Lichtblick. Denn nach Aussagen der befragten Leitungen werden derzeit in etwa einem Drittel der Kitas neue technische Geräte beschafft. Darüber hinaus werden in etwa einem Viertel der Kitas Fortbildungen zu digitale Medien und zum Thema Datenschutz besucht. Um die Digitalisierung jedoch weiter voranzutreiben, ist eine bessere finanzielle Unterstützung notwendig. Nach Leitungsangaben fehlen in rund 30% der Kitas die finanziellen Mittel für den digitalen Ausbau. Im Vergleich zu älteren Studien (vgl. zusammenfassend Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2020) lässt sich zwar insgesamt konstatieren, dass sich die technische Ausstattung in Kitas, v. a. bezüglich Tablets, weiter verbessert hat, doch weisen die Ergebnisse der CoKiss-Leitungsbefragung darauf hin, dass an dieser Stelle weiterer Handlungsbedarf besteht, um digitale Kommunikation mit Kindern und Eltern zu unterstützen.