| Deutsches Jugendinstitut

Die Pandemiesituation in der Kindertagespflege

Inanspruchnahmequote, pandemiebedingte Schließungen und Infektionen gehen leicht zurück.

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Insgesamt zeigen sich seit August 2021 aufgrund des Endes der Sommerferien zwar wieder steigende Inanspruchnahmequoten in der Kindertagespflege, allerdings geht der Anteil betreuter Kinder im Berichtszeitraum von KW 38 bis KW 41 (20.09.–17.10.2021) wieder etwas zurück und liegt in KW 41 (11.10.–17.10.2021) bei 83%. Die für den Monatsbericht Oktober 2021 dargestellten Daten stützen sich dabei auf die Rückmeldung der durchschnittlich knapp 835 Kindertagespflegstellen, die sich an den wöchentlichen Abfragen des KiTa-Registers beteiligen. Dies entspricht etwa 2,2% der insgesamt 37.238 Kindertagespflegestellen in Deutschland (Quelle: KJH-Statistik 2021). Es ist zu vermuten, dass die stagnierende Inanspruchnahmequote hier ebenfalls auf das vermehrte Auftreten von sonstigen Atemwegserkrankungen zurückgeführt werden kann.

KW47_Anteil der jeweils aktuell betreuten Kinder in den teilnehmenden Kindertagespflegestellen
Anteil der jeweils aktuell betreuten Kinder in den teilnehmenden Kindertagespflegestellen mit einem Platz in den Kalenderwochen KW 23/2020 bis KW 41/2021 (31.08.2020–17.10.2021). Die Kindertagespflegestellen wurden gefragt, wie viele Kinder in der aktuellen Kalenderwoche durchschnittlich pro Tag ihre Kindertagespflegestelle besuchten. Für jede Einrichtung wurde der Anteil der betreuten Kinder berechnet, indem die Anzahl der Kinder zum Zeitpunkt der Befragung in Bezug zu einem Referenzwert gesetzt wurde. Referenzwerte sind bis zur KW 9/2021 (01.03.–07.03.2021) jeweils die Kinderanzahl vor Beginn der Coronapandemie im Frühjahr 2020; ab der KW 9/2021 die Anzahl der Kinder, die am 01.03.2021 einen Betreuungsvertrag mit der Einrichtung hatten (Datenstand 21.10.2021, n = 562 [KW 37/2020] – 618 [KW 41/2021]).

Leicht rückläufige Verdachts- und Infektionsfälle sowie pandemiebedingte Schließungen

Für den gegenwärtigen Berichtszeitraum von KW 38 bis KW 41 (20.09.–17.10.2021) zeigen sich im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum (KW 33–37; 16.08.–19.09.2021) leicht sinkende Werte bei der Anzahl der Kindertagespflegestellen, die einen Verdachtsfall (bei der Kindertagespflegeperson selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern) angegeben haben. Die Anzahl der Kindertagespflegestellen, die einen Verdachtsfall gemeldet haben, ist im aktuellen Berichtszeitraum (KW 38–41; 20.09.–17.10.2021) zwar weiterhin hoch, im Vergleich zu den Vorwochen aber wieder rückläufig. 

KW47_SARS-CoV-2-Verdachts-und Infektionsfälle in Kindertagespflegestellen
SARS-CoV-2-Verdachts- und Infektionsfälle in Kindertagespflegestellen (bei der Kindertagespflegeperson selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern) in den Kalenderwochen 33/2020 bis 41/2021 (11.08.2020–17.10.2021) sowie infektionsbedingte Schließungen in den Kalenderwochen 12/2020 bis 41/2021 (16.03.2020–17.10.2021). In der Kalenderwoche 53/2020 wurden keine Daten erhoben. Der Anteil der Kindertagespflegestellen (in %) an allen in der jeweiligen Kalenderwoche teilnehmenden Kindertagespflegestellen ist an der Y-Achse abzulesen. Die Zahlen innerhalb der Grafik entsprechen der Anzahl der Kindertagespflegestellen, die mindestens einen Verdachts- oder Infektionsfall angegeben haben oder aufgrund eines Verdachts- oder Infektionsfalls mindestens einen Tag pro Woche geschlossen hatten (Datenstand 21.10.2021).

Die Anzahl gemeldeter Infektionsfälle (bei der Kindertagespflegeperson selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern) ist ebenfalls rückläufig, ebenso die Anzahl der Kindertagespflegestellen, die verdachts- oder infektionsbedingte Schließungen zu verzeichnen haben. Diese ist im aktuellen Berichtszeitraum mit 7,3 durchschnittlich geschlossenen Einrichtungen pro Woche ebenfalls leicht gesunken (7,6 im Monatsbericht September). Die Anzahl der Schließungen bleibt aber deutlich unter den entsprechenden Werten aus dem Vorjahr. Bei den Verdachts- und Infektionsfällen zeichnet sich im Vergleich zum vergangenen Berichtszeitraum (KW 33–37; 16.08.–19.09.2021) ebenfalls ein leichter Rückgang ab. Verglichen mit den Werten der beiden letzten Coronawellen im Winter 2020 und Frühling 2021 bleiben die aktuellen Infektions- und Schließungszahlen erneut auf niedrigerem Niveau, auch die Anzahl der Verdachtsfälle nähert sich den Prozentwerten aus dem Frühjahr 2021 an. Inwieweit sich der ab Oktober 2020 einsetzende Anstieg in 2021 wiederholt, ist aber noch nicht absehbar.