| Deutsches Jugendinstitut

Der erste Quartalsbericht 2021 zur Corona-KiTa-Studie ist erschienen

Im aktuellen Quartalsbericht I/2021 zur Corona-KiTa-Studie des Deutschen Jugendinstituts und des Robert Koch-Instituts erfahren Sie u. a. erste Ergebnisse der Kita-Leitungsbefragung (bspw. zur Umsetzung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen) sowie weitere Resultate zum Wohlbefinden von Kindern und zum Stresslevel der Eltern während der Lockdown-Situation.

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Kita-Leitungsbefragung: Erste Ergebnisse zeigen, dass Kindertageseinrichtungen Schutz- und Hygienemaßnahmen in teils sehr hohem Maße umsetzen

  • Mit Blick auf die Reduzierung des Risikos für Tröpfchen-/Aerosolübertragungen, werden Lüften und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bei Eltern wie pädagogischem Personal als gut umsetzbare Maßnahmen angesehen. Beim Personal hängt der Einsatz von Masken allerdings teilweise stark von der Situation ab. Zuletzt kamen in etwas mehr als einem Drittel der befragten Einrichtungen Mund-Nasen-Bedeckungen auch in der pädagogischen Arbeit in der Gruppe zum Einsatz.
  • Das Abstandhalten kann dagegen besondere zwischen Beschäftigten und den Kindern der eigenen Gruppe überwiegend nicht oder schlecht umgesetzt werden. Zwischen den Beschäftigten gelang das Abstandhalten zuletzt in ungefähr der Hälfte der befragten Einrichtungen gut oder sehr gut.
  • Bei der Reduzierung von Kontaktmöglichkeiten wurden von Oktober 2020 bis Januar 2021 besonders zwischen Gruppen zunehmend Maßnahmen umgesetzt.
  • Regelmäßige Testungen waren dagegen im Oktober und November 2020 in knapp zwei Dritteln der befragten Einrichtungen noch nicht Teil des Maßnahmenpakets. Seit Dezember 2020 zeichnet sich eine leichte Zunahme ab.

Kinderbetreuung in Deutschland : Ergebnisse aus der Online-Kurzbefragung

  • Von den Kindern, die „normalerweise“ öffentlich betreut werden, besuchen während des generellen Lockdowns 3.480 Kinder, ca. 47% der Gesamtstichprobe, nicht die Kindertagesbetreuung.  Damit ist der prozentuale Anteil der Kinder, die nicht öffentlich betreut werden können im Vergleich zu den Vormonaten November und Dezember 2020 deutlich gestiegen.
  • Dies führt dazu, dass das durchschnittliche Stresslevel der teilnehmenden Eltern zum dritten Befragungszeitpunkt mit Ø 3,3 (Antwort: Ich fühle mich gestresst, bewertet auf einer Skala von 1 Trifft überhaupt nicht zu bis 5 Trifft voll und ganz zu) bislang am höchsten ist. Etwas mehr belastet (Ø 3,4) fühlen sich die Eltern, deren Kind im Befragungszeitraum die Kindertagesbetreuung zeitweise gar nicht besuchen kann.
  • Die Kindertagesbetreuung überhaupt nicht besuchen zu können färbt ebenfalls auf das Wohlbefinden der Kinder ab. Über alle Befragungszeitpunkte hinweg kommen sie etwas weniger gut mit der Pandemiesituation zurecht als alle anderen Kinder der Stichprobe (≈ Ø 3,7; Frage: Wie gut kommt Ihr Kind insgesamt mit der derzeitigen Situation zurecht? bewertet auf einer Skala von 1 Gar nicht gut bis 5 Sehr gut).

Öffnungsgeschehen der Kindertagesbetreuung

  • In den erste eineinhalb Monaten von 2021 boten die Kindertageseinrichtungen in acht Bundesländern eine Notbetreuung an. Vor dem Hintergrund sinkender Infektionszahlen kehrten sechs der acht Länder Mitte Februar wieder zum eingeschränkten Regelbetrieb oder zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurück.
  • Die Anzahl der infektionsbedingten Einrichtungs- und Gruppenschließungen erhöhte sich ab Mitte Januar 2021 wieder, blieb aber wesentlich niedriger als im November 2020.
  • In den ersten Wochen des Jahres 2021 lag der Anteil der pandemiebedingt nicht oder nur eingeschränkt einsetzbaren pädagogischen Beschäftigten in den Kitas durchschnittlich bei etwa 20 Prozent des gesamten pädagogischen Personals.
  • Im Verlauf der Lockdown-Einschränkungen schätzen die Kindertagespflegepersonen die Situation, eine bedarfsgerechte Betreuung gewährleisten zu können, als zunehmend schwieriger ein.